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Ein Kompass liegt auf der Wiese

Offizieller Studienführer für Deutschland

Ein Dolmetscher sitzt in einer Dolmetscherkabine.
Es gibt eine Vielzahl an Möglichkeiten, eine Ausbildung oder ein Studium mit Fremdsprachen zu absolvieren. Eine davon: Dolmetscher/-in werden. Foto: Christof Stache

Mehr als Sprachen lernen Studium und Ausbildung mit Fremdsprachen

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Dass Jannik Viktor Helfer beruflich mit Fremdsprachen arbeiten möchte, wurde ihm im dritten Semester seines Geografiestudiums bewusst: „Ich belegte einen Sprachkurs und merkte, dass mir das Sprachenlernen mehr Spaß bereitete als mein Hauptstudium“, schildert der 21-Jährige. Er entschied sich deshalb, sein Studium abzubrechen und startete eine Ausbildung zum staatlich geprüften Fremdsprachenkorrespondenten beim Institut für Fremdsprachen und Auslandskunde (IFA) in Erlangen, eine Berufsfachschule für Fremdsprachenberufe.

„Als erste Fremdsprache wählte ich Französisch und als zweite Englisch“, erklärt Jannik Viktor Helfer. Da er bereits gute Sprachkenntnisse vorweisen konnte, durfte er seine Ausbildung von zwei auf ein Jahr verkürzen: „In dieser Zeit habe ich mein Sprachlevel in beiden Fremdsprachen stark verbessert – das betrifft sowohl die schriftlichen, als auch die mündlichen Fertigkeiten.“

Foto von Jannik Viktor Helfer.

Jannik Viktor Helfer

Foto: Privat

Auf dem Lehrplan standen Übersetzungen, Grammatikübungen, eine Einführung in das Dolmetschen, sowie Landeskunde. „Vermittelt wurden aber auch kulturspezifisches Wissen und PC-Kenntnisse, die Fremdsprachenkorrespondenten für Büroarbeit benötigen“, erläutert der Absolvent. An dem IFA Erlangen wird außerdem vorgegeben, dass die Schüler sich auf das Fachgebiet Wirtschaft spezialisieren. „Deshalb haben wir uns unter anderem mit den Aspekten Wirtschaftspolitik und Handelskorrespondenzen befasst. Natürlich mussten wir auch die Terminologie in den jeweiligen Sprachen lernen“, sagt Jannik Viktor Helfer.

Jetzt, nach seinem erfolgreichen Abschluss, strebt er die Zusatzqualifikation zum Eurokorrespondenten an. „Hierbei werden zwar auch sprachpraktische Inhalte vermittelt, aber der Schwerpunkt liegt auf Wirtschaftsthemen“, erklärt der Fremdsprachenkorrespondent. „Mein Ziel ist im französischsprachigen Ausland für ein Unternehmen zu arbeiten, um noch mehr mit der Kultur in Kontakt zu kommen.“

Fremdsprachenkenntnisse sind unentbehrlich

Ausbildungen und Studiengänge, die mit Fremdsprachen zu tun haben, sind beliebt, beobachtet Patrick Wendt, Abiturientenberater der Arbeitsagentur Trier. „Besonders unter Abiturientinnen erleben wir eine stetige Nachfrage.“ Die Auswahl an Studien- und Ausbildungsmöglichkeiten in diesem Bereich ist groß: Auf der einen Seite gibt es Berufe, in denen Fremdsprachen im Mittelpunkt stehen, wie etwa Dolmetscher/-in, Übersetzer/-in, oder Fremdsprachenlehrer/-in. Fremdsprachenkenntnisse können auf der anderen Seite aber auch als Zusatzqualifikation eine wichtige Rolle spielen, das gilt zum Beispiel für Industriekaufleute, Tourismuskaufleute, Fremdsprachenkorrespondent(inn)en oder Betriebswirtschaftler/-innen.

„Mit Ausnahme von handwerklichen und sozialen Tätigkeiten gibt es heutzutage eigentlich kaum noch Berufe, in denen man keine Fremdsprachenkenntnisse benötigt“, berichtet der Experte. Schließlich ist die moderne Arbeitswelt sehr international, viele Unternehmen müssen sich mit Geschäftspartnern im Ausland verständigen können. Auch in der Wissenschaft sind Fremdsprachenkenntnisse unerlässlich, ein Großteil der Fachliteratur, beispielsweise in den Naturwissenschaften, ist auf Englisch. Aber auch Lehrveranstaltungen international ausgerichteter Studiengänge wie etwa International Business fänden größtenteils auf Englisch statt, erläutert Patrick Wendt und ergänzt: „In Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und dem Saarland sind durch die Nähe zu Frankreich und Luxemburg auch gute Französischkenntnisse gefragt.“

Philologien: Sprache, Kultur und Politik

Wer viel mit internationalen Kunden zu tun hat, braucht aber mehr als Sprachkenntnisse. „Unternehmen benötigen Fachkräfte, die über ein ausgeprägtes interkulturelles Verständnis verfügen“, erklärt Patrick Wendt. „Wer beispielsweise mit chinesischen Geschäftspartnern zusammenarbeitet, muss sich auch mit kulturellen Eigenheiten und den asiatischen Märkten auskennen, damit keine Missverständnisse auftreten.“

Solche Kenntnisse werden vor allem an Universitäten vermittelt – dort überwiegend im Bereich der Philologien und Kulturwissenschaften. Diese befassen sich nämlich nicht nur mit einer Sprache, sondern auch mit der Kultur, Linguistik, Geschichte und Politik eines Landes beziehungsweise einer Region. „Wenn man sich beispielsweise für Anglistik, Romanistik oder Slawistik entscheidet, sollte man sich also auch für diese Teildisziplinen interessieren“, erläutert Andrea Lutz, Studienberaterin an der Ludwig-Maximilians-Universität München.

Voraussetzungen und Karrierewege

Foto von Andrea Lutz.

Andrea Lutz, Studienberaterin an der Ludwig-Maximilians-Universität München

Foto: Privat

Bei vielen philologischen Studiengängen ist ein hohes Sprachniveau schon vor dem Studium unverzichtbar: „Für Anglistik zum Beispiel müssen Abiturientinnen und Abiturienten in einem Sprachtest belegen, dass ihre Englischkenntnisse für die Studienanforderungen ausreichen“, erklärt Patrick Wendt. Anders ist das bei exotischeren Sprachen: „Bei Asienwissenschaften ist der Sprachpraxisanteil sehr groß, da die meisten Studierenden keine Vorkenntnisse haben und für sie völlig neue Schriftzeichen lernen müssen“, ergänzt Andrea Lutz (siehe Reportage „Fasziniert von Japan“).

Eine Herausforderung im Sprachbereich sei der Übergang in den Arbeitsmarkt, sagt die Studienberaterin. Solche Studiengänge sind nämlich nicht auf ein klares Berufsziel ausgerichtet. „Philologen und Kulturwissenschaftler erlangen beruflich wertvolle Kenntnisse, die fachübergreifend eingesetzt werden können, wie etwa Recherchetechniken, interkulturelles Wissen und die Fähigkeit, sich schnell in verschiedenste wissenschaftliche Themengebiete einzuarbeiten und diese darzustellen.“ Wichtig sei es deshalb, Praktika zu absolvieren und so Kontakte in die Arbeitswelt zu knüpfen. Viele Absolvent(inn)en versuchen nach ihrem Abschluss in Verlagen, Sprachschulen oder Kulturinstitutionen zu arbeiten, andere bleiben aber auch in der Forschung oder gehen in die Öffentlichkeitsarbeit.

Ausbildungen mit Fremdsprachen

Es gibt aber auch Studiengänge und vor allem Berufsausbildungen, die ein klareres Tätigkeitsziel haben. Fremdsprachenkorrespondent(inn)en, Eurokaufmänner/-frauen und Außenhandelsassistent(inn)en etwa arbeiten in Unternehmen vor allem mit internationalen Kunden zusammen, das gilt auch für Absolvent(inn)en von Studienfächern wie International Business (siehe Reportage „Neue Kunden im Ausland akquirieren“).

Bei Dolmetscher(inne)n und Übersetzer/-innen steht die Sprache ganz im Mittelpunkt der Tätigkeit. „Die Bachelorstudiengänge in diesem Bereich sind fachlich in der Regel breit angelegt, eine klare Spezialisierung auf das Dolmetschen beziehungsweise Übersetzen erfolgt erst im Masterstudium“, erklärt Réka Maret vom Bundesverband für Dolmetscher und Übersetzer. Um als Dolmetscher/-in und Übersetzer/-in zu arbeiten, muss es aber nicht unbedingt ein Studium sein. „In einigen Bundesländern kann auch eine staatliche Prüfung abgelegt werden“, weiß Réka Maret. Mit einem solchen Abschluss sei unter anderem die Beeidigung vor Gericht möglich. Die schulische Ausbildung wird etwa in Bayern an Fachakademien oder Sprachinstituten durchgeführt (siehe Reportage „Kreativität und ein gutes Gedächtnis“).

Aber auch wer keinen Sprachberuf wählt, kann sich in seiner Ausbildung intensiv mit Fremdsprachen beschäftigen. Azubis können etwa ihre Sprachkenntnisse innerbetrieblich oder an der Berufsschule ausbauen und zum Beispiel  Business-Englischkurse belegen. Auch an Hochschulen werden viele Sprachkurse für alle Studierenden angeboten. Eine durchaus lohnende Investition.

Ausbildungsreportage: Dolmetscher

Kreativität und ein gutes Gedächtnis

Das Anglistikstudium war Maximilian Lutz (24) zu theoretisch, also absolvierte er eine Ausbildung zum Dolmetscher.

Eine Dolmetscherin in einer Dolmetscherkabine.

Foto: Alex Becker

„Für die Ausbildung habe ich mich entschieden, weil ich mich seit der Schulzeit für Fremdsprachen interessiere“, sagt Maximilian Lutz. „Bei meinem angefangenen Anglistikstudium fehlte mir jedoch der Praxisbezug, deshalb wechselte ich zur Würzburger Dolmetscherschule.“ Die Ausbildung entsprach eher seinen Vorstellungen: „Mich reizt die Kreativität im Umgang mit Sprache. Sowohl beim Dolmetschen als auch beim Übersetzen reicht es nicht, Worte eins zu eins in die Zielsprache zu übertragen; man muss die Bedeutung dahinter verstehen und dann versuchen, diese so treffend wie möglich wiederzugeben.“ Außerdem kämen Dolmetscher/-innen und Übersetzer/-innen mit vielen verschiedenen Themengebieten in Berührung und hätten dadurch die Chance, ihr Wissen stets zu erweitern, erläutert der 24-Jährige.

Hohe Konzentration erforderlich

Inhaltlich war die dreijährige Ausbildung in Dolmetsch- und Übersetzungsunterricht gegliedert. „Beim Dolmetschen lernt man das Gesprächs-, Vortrags- und Simultandolmetschen“, erklärt Maximilian Lutz. Während beim Gesprächsdolmetschen Gespräche zeitversetzt und abschnittsweise mündlich übersetzt werden, muss man beim Vortragsdolmetschen eine Präsentation abwarten und diese zeitversetzt mithilfe von Notizen in eine andere Sprache übertragen. Beim Simultandolmetschen übersetzt man das gesprochene Wort fast zeitgleich in die Zielsprache – speziell bei dieser Variante wird hohe Konzentration verlangt.

Foto von Maximilian Lutz.

Maximilian Lutz

Foto: Privat

Am Anfang mussten alle Auszubildenden eine Erst- und eine Zweitsprache wählen. Maximilian Lutz entschied sich für Englisch und Französisch, da er beide Sprachen während der Schulzeit erlernt hatte. „Im Unterricht geht es darum, das Sprachgefühl auszubauen und die Sensibilität für Feinheiten zu schärfen“, schildert er. Die Ausbildung konnte er wahlweise mit den Fachgebieten Wirtschaft oder Naturwissenschaften verknüpfen, um sich thematisch zu spezialisieren. „Ich wählte Wirtschaft, da es einen engen Bezug zum tagesaktuellen Geschehen bot“, sagt Maximilian Lutz. Außerdem lernte er landeskundliches und zeitgeschichtliches Wissen zu den Ländern der Mutter- und Erstsprache.

Herausforderungen

„Eine Herausforderung war für mich anfangs eher das Dolmetschen als das Übersetzen, da hierbei nicht nur der absolut sichere Umgang mit beiden Sprachen gefordert wird, sondern auch ein sehr gutes Gedächtnis.“ So müssen sich Dolmetscher längere Abschnitte eines Gesprächs merken, ehe sie das Gesprochene in die Zielsprache dolmetschen.

Im Juli 2015 schloss er seine Ausbildung zum staatlich geprüften Dolmetscher und Übersetzer ab. „Danach entdeckte ich mein Interesse für Journalismus, daher absolviere ich zurzeit ein Volontariat bei einer Zeitung“, schildert der Absolvent. „Auch dabei kommt mir meine Ausbildung und mein sicherer Umgang mit Fremdsprachen zugute, etwa wenn es darum geht, Interviews mit englischsprachigen Experten zu führen.“ Er kann sich aber auch vorstellen, in Zukunft verstärkt freiberuflich Übersetzungsaufträge zu bearbeiten.

Studienreportage: Japanologie

Fasziniert von Japan

Jessica Rorison (36) studiert Japanologie an der Freien Universität Berlin. Sie ist begeistert von der Kultur und Sprache des asiatischen Landes, weiß aber auch: Es ist nicht einfach, die Sprache richtig zu lernen.

Jemand nimmt ein Mangabuch aus einem Bibliotheksregal.

Foto: Axel Jusseit

Seit ihrer Kindheit begeistert sich Jessica Rorison für Anime und Manga: „Ich habe selbst viel im Mangastil gezeichnet, mir Geschichten ausgedacht und Anime-Fernsehserien verschlungen.“ In der neunten Klasse entschied sie sich sogar, Japanisch als Wahlpflichtfach zu belegen. „Etwa zur gleichen Zeit habe ich alle möglichen Romane von japanischen Autoren gelesen und festgestellt, dass ich mich eingehender mit dem Land beschäftigen möchte“, schildert die Bachelorstudentin. Ihre Studienwahl fiel deswegen auf Japanologie an der Freien Universität Berlin: „Die japanische Kultur und das Ästhetikempfinden der Japaner faszinieren mich bis heute – gerade Letzteres spiegelt sich in japanischen Kunstformen wider: In der Malerei, Keramik, Architektur und der Literatur.“ Inzwischen studiert die Studentin Japanologie im zehnten Semester. „Aus gesundheitlichen Gründen dauert es bei mir etwas länger“, erklärt sie.

Studienaufenthalt in Japan

An der Freien Universität Berlin können Studierende zwischen mehreren Modellen wählen: Japanologie kann zum Beispiel als Mono-Bachelorstudiengang ohne ein zusätzliches Nebenfach belegt werden – diese Option wählte auch Jessica Rorison. „Diese Variante hat den Vorteil, dass ich mich im Verlauf des Studiums für den Studiengang ‚Integrierte Japanstudien‘ bewerben konnte – hierbei ist ein Aufenthalt in Japan fester Bestandteil und wird durch ein Stipendium des Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD) gefördert“, erklärt sie. „Im normalen Mono-Bachelorstudiengang wurde uns ebenfalls ein Auslandsaufenthalt dringend ans Herz gelegt.“ Alternativ können Studierende Japanologie beziehungsweise Japanisch als Nebenfach in einem Kombi-Bachelorstudiengang wählen.

Jessica Rorison verbrachte zwei Semester an einer Universität in Tokyo. „Für mich war das kein großer Kulturschock, weil ich schon vor meinem Studium dreimal nach Japan gereist war.“ Die Verständigung habe gut geklappt, allerdings konnte sie ihre Japanischkenntnisse gar nicht so oft anwenden wie erwartet. „Viele Kurse waren auf Englisch und auch in der Freizeit wurde ich immer wieder auf Englisch angesprochen, weil viele Japaner gerne die Chance nutzen wollten, die Sprache zu üben“, erzählt sie.

„Inhaltlich beschäftigen wir uns im Studium sowohl mit sozial- als auch kulturwissenschaftlichen Themen, wie etwa Politik, Geschichte, Soziologie und Literatur“, schildert die Studentin. „Im Verlauf des Studiums legte ich meinen Schwerpunkt auf Kulturwissenschaften; ich hätte aber auch einen sozialwissenschaftlichen oder geschichtlichen Fokus wählen können.“

Interpretationsgeschick beim Übersetzen

„Ich hatte mir ja bereits zur Schulzeit erste Japanischkenntnisse angeeignet – das war ein großer Vorteil“, erklärt Jessica Rorison. Dennoch: Die Sprache zu lernen, sei nicht sehr leicht, sagt sie. Vielen Studierenden würde zum Beispiel das Erlernen der Kanji, der chinesischen Schriftzeichen, schwer fallen. „Sie ständig zu wiederholen ist ein Muss, um sie im Kopf zu behalten“, berichtet die Studentin. Sie selbst habe allerdings eher Schwierigkeiten mit den Vokabeln: „Oft haben Wörter mehrere Bedeutungen oder scheinen keinen Sinn zu ergeben, wenn man sie mit einem Wörterbuch übersetzt. Die Zusammenhänge, die sich über den Kontext ergeben, sind wichtig, um einen Text verstehen zu können.“

Seit Januar 2016 arbeitet Jessica Rorison als studentische Hilfskraft im Arbeitsbereich Sozial- und Kulturgeschichte Japans an der FU Berlin. Nach ihrem Abschluss möchte sie gerne im Verlagswesen Fuß fassen. „Ich könnte mir vorstellen, in Verlagen zu arbeiten, die sich mit wissenschaftlichen Texten über Japan befassen.“

Berufsreportage: International Business

Neue Kunden im Ausland akquirieren

Andreas Berres (28) wechselt wie selbstverständlich zwischen Deutsch, Russisch und Englisch – das muss er auch, denn in seinem Job ist er unter anderem zuständig für das Marketing eines Unternehmens und hat mit internationalen Kunden zu tun.

Jemand sitzt mit einem Tablet am Tisch auf dem verschiedene Flaggen stehen.

Foto: Nicole Schwab

Seit Mai 2016 ist Andreas Berres am Hamburger Standort von „Schmitt Ladenbau“ als Büroleiter tätig. „Diesen Standort gibt es noch nicht lange, deshalb kümmere ich mich vor allem um den Aufbau eines aktiven Vertriebs, aber auch um das Marketing und die Unternehmensentwicklung allgemein“, schildert der 28-Jährige. Das Schreinerei-Unternehmen produziert Einrichtungen für den Einzelhandel und beliefert neben einzelnen Geschäften auch Einkaufszentren, Hotels, Büros und Praxen im In- und Ausland.

„Während meines Studiums hatte ich schon als Werkstudent für die Firma gearbeitet“, erzählt Andreas Berres. „Als dann die Zweigstelle in Hamburg gegründet wurde, kam ich als Büroleiter infrage.“ Studiert hat er von 2010 bis 2015: „Angefangen habe ich mit dem Bachelorstudiengang BWL an der Hochschule für angewandte Wissenschaften Würzburg-Schweinfurt, nach dem dritten Semester wechselte ich aber zu International Management, einem Bachelor-Plus-Programm des Deutschen Akademischen Austauschdiensts“, erzählt der Absolvent. Wer für dieses Programm ausgewählt wird, verbringt zwei Studien- und ein Praktikumssemester im Ausland. „Als ich davon hörte, war die Bewerbungsfrist gerade abgelaufen. Aber ich hatte Glück: Ein Student, der nach St. Petersburg gehen sollte, sprang ab, also konnte ich seinen Platz einnehmen.“ Russland habe ihn ohnehin gereizt, sagt Andreas Berres. „Würzburg war mir einfach zu klein, ich wollte lieber einmal über den Tellerrand hinausblicken und eine andere Kultur kennenlernen – deshalb kam mir eine Großstadt wie Moskau oder St. Petersburg gerade recht.“

In kurzer Zeit Russisch gelernt

Foto von Andreas Berres.

Andreas Berres

Foto: Privat

Im Februar 2013 begann sein Studienabschnitt an der Saint Petersburg State University of Finance and Economics – für den damaligen Studenten war es die erste Reise nach Russland. „Ich hatte so gut wie keine Russischkenntnisse; vorab hatte ich mir nur online ein paar Sprachvideos angesehen und mir das kyrillische Alphabet angeeignet.“ Vor Ort absolvierte er daher einen Sprachkurs, der pro Woche neun Stunden umfasste. „Darin haben wir uns vor allem mit der Grammatik befasst, das Sprechen habe ich eher im Alltag geübt“, schildert er.

„Mittlerweile spreche ich fließend Russisch und habe in den drei Semestern auch ein gutes Gefühl für kulturelle Unterschiede entwickelt.“ Eine Fähigkeit, die ihm auch in seinem Beruf zugutekommt. „Es kommt vor, dass ich mit russischsprachigen Kunden zu tun habe – vor kurzem hatte ich zum Beispiel ein Gespräch mit einem Kunden in Kiew.“ Da sei ein gutes Sprachverständnis wichtig, um Missverständnisse zu vermeiden. In Zukunft will er im russischsprachigen Raum ein Akquise-Netzwerk aufbauen.

Er ist überzeugt davon, dass man im International Business erfolgreicher ist, je mehr Fremdsprachen man beherrscht und je mehr man mit unterschiedlichen Kulturen vertraut ist.

Weitere Informationen

studienwahl.de
Studienfeld „Neuere Philologie“
www.studienwahl.de/de/studieren/studienfelder/sprach-und-kulturwissenschaften-kunst-und-gestaltu/philologie-neuere/kurzcharakteristik0206.htm

Ausbildungsberufe nach Berufsfeldern (z.B. Gesellschafts- und Geisteswissenschaften)
www.studienwahl.de/de/chausbildung/berufsfelder-ausbildungen/berufsfelder-ausbildungen0317.htm

abi.de
Rubrik: Was studieren?
www.abi.de/studium/studiengaenge.htm?zg=schueler

Bundesverband der Dolmetscher und Übersetzer (BDÜ)
Der BDÜ repräsentiert rund 80 Prozent aller organisierten Übersetzer und Dolmetscher in Deutschland.
www.bdue.de

Gesamtverband Moderne Fremdsprachen
Dachverband der deutschen Fremdsprachenverbände
www.gmf.cc

Deutscher Akademischer Austauschdienst (DAAD)
Förderorganisation für den internationalen Austausch von Studierenden
www.daad.de

Gemeinsamer Europäischer Referenzrahmen für Sprachen
www.europaeischer-referenzrahmen.de

Freie Universität Berlin
Fachbereich Japanologie
www.geschkult.fu-berlin.de/e/oas/japanologie/index.html

Hochschule für angewandte Wissenschaften Würzburg-Schweinfurt
International Business (Englischsprachig)
https://fwiwi.fhws.de/studium/bachelor_betriebswirtschaft/schwerpunkte/international_business_englischsprachig.html

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